Die Provenienzforschung an Museen, Bibliotheken und Archiven befasst sich mit der Herkunft und der Eigentumsgeschichte der Werke und Objekte. Eine wichtige Grundlage für diese Arbeit ist die Washingtoner Erklärung von 1998, zu deren Umsetzung sich Deutschland zusammen mit 43 weiteren Staaten bekannt hat. In der sogenannten Gemeinsamen Erklärung von 1999 haben Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände die Selbstverpflichtung zur Provenienzforschung als langfristige Aufgabe der deutschen öffentlichen Einrichtungen näher formuliert. Im Vordergrund steht dabei die Auffindung von ehemals jüdischem Eigentum, das in den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft von 1933 bis 1945 unrechtmäßig den Besitzer wechselte, vielfach durch Beschlagnahmung. Auch Gegenstände, die jüdische Bürger in wirtschaftlicher Not veräußern oder auf der Flucht zurücklassen mussten, gelten als NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut.
Provenienzforschung





