Wer entscheidet eigentlich, welche Geschichten in einem Museum erzählt werden? Mit dem neuen Ausstellungsformat „Mehr Stimmen. Mehr Stadt“ geben wir diese Entscheidung erstmals bewusst in die Hände der Stadtgesellschaft.
Vom 13. Juli 2026 bis 31. August können sich Initiativen, Vereine, Kollektive und lose Gruppen mit ihren Ideen für eine eigene Sonderausstellung bewerben. Gesucht werden Projekte, die neue Perspektiven auf Oldenburg eröffnen – auf die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft der Stadt. Dabei sind nahezu alle Themen willkommen: Geschichte, Kunst, Sport, Alltag, Kultur, Gesellschaft oder Freizeit. Wichtig ist der Bezug zu Oldenburg und der Wunsch, Geschichten sichtbar zu machen, die bislang wenig oder gar nicht im Museum erzählt wurden.
Die ausgewählte Gruppe erhält nicht nur die Möglichkeit, ihre Ausstellung auf rund 400 Quadratmetern im Sonderausstellungsbereich des Stadtmuseums zu realisieren. Das Stadtmuseum begleitet den gesamten Prozess organisatorisch und fachlich, stellt ein Projektbudget zur Verfügung und unterstützt bei Gestaltung, Medienproduktion, Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit. Die inhaltliche Verantwortung liegt dabei bewusst bei der ausgewählten Gruppe.
Eine unabhängige Jury aus Vertretenden der Oldenburger Stadtgesellschaft wählt das Projekt aus. Die erste Ausgabe von „Mehr Stimmen. Mehr Stadt.“ soll Anfang 2028 im Stadtmuseum Oldenburg eröffnet werden.

Bewerben können sich Gruppen ab drei Personen sowie Initiativen und Vereine. Professionelle Erfahrung in der Ausstellungsentwicklung ist ausdrücklich keine Voraussetzung. Auch die Bewerbung soll möglichst niedrigschwellig sein: Projektideen können schriftlich, aber ebenso als Foto-, Audio- oder Videobeitrag eingereicht werden.

Infotermine
Während der Bewerbungsphase bietet das Stadtmuseum am Mittwoch, den 22. Juli um 18 Uhr und am Sonntag, den 2. August um 13 Uhr Informationstermine an und unterstützt Interessierte bei Fragen rund um die Bewerbung.
Bei Fragen zur Ausschreibung oder zum Bewerbungsverfahren unterstützt Natalie Reinsch, Communitymanagerin des Stadtmuseums Oldenburg, Interessierte gerne. Sie ist per E-Mail unter mitmachen-im-smo@stadt-oldenburg.de erreichbar.
Mehr Informationen zum partizipativen Ausstellungsprojekt “Mehr Stimmen. Mehr Stadt.” sind im Konzept zu finden.
Wer kann sich bewerben?
Bewerben können sich lose Gruppen (ab drei Personen) und Kollektive sowie Organisationen, wie Initiativen oder Vereine. In erster Linie richtet sich das Format „Mehr Stimmen. Mehr Stadt.“ an Initiativen und Gruppierungen, die nicht über eigene Ressourcen verfügen, um eine Ausstellung zu realisieren. Künstler:innen können sich in Kooperation mit einer Initiative bewerben.
Wie wird ausgewählt?
Eine unabhängige Jury wählt das Projekt für „Mehr Stimmen. Mehr Stadt.“ aus. Die fünf-köpfige Jury wird vom SMO nach Diversitätskriterien ausgewählt und jedes Jahr neu besetzt. Im Rahmen einer ersten Sichtung werden im SMO Bewerbungen aussortiert, die nicht den formalen Kriterien entsprechen. Nicht zugelassen werden:
- Diskriminierende, menschenverachtende oder verfassungsfeindliche Projekte, oder Projekte von Akteur:innen, die an anderer Stelle solche Inhalte vertreten (siehe Leitlinien der Zusammenarbeit)
- Projekte, die kommerzielle Ziele verfolgen
- Projekte, die parteipolitische Ziele verfolgen
- Projekte, die im Kern nicht neu für die Ausstellung entstehen
- Projekte, die als Eigenwerbung zu werten sind
- Ausstellungen von Einzelpersonen
- Unvollständige Bewerbungen
Mit der Umsetzung von „Mehr Stimmen. Mehr Stadt.“ verfolgt das SMO die folgenden Ziele. Diese Ziele sind Kriterien für die Jury. Die Jury entscheidet, ob eines (oder sogar mehrere dieser Ziele) durch die Projektauswahl erreicht werden kann:
- Sichtbarkeit von bisher unzureichend repräsentierten Perspektiven auf die Oldenburger Geschichte, Gegenwart und Zukunft, z.B. die Perspektiven von Black Indigenous and People of Color, queere, neuro- und körperlich diverse oder auch intersektionale Perspektiven oder Geschichten von Menschen, die bisher nicht erzählt wurden.
- Beitrag zur Diversität und Inklusion im SMO
- Gewinnung neuer Besucher:innen (Menschen, die bisher nicht das SMO besuchen)
- Förderung des Dialogs zwischen gesellschaftlichen Gruppen, z.B. Austauschformate zwischen verschiedenen Generationen oder Kulturen
Wie ist der Zeitplan?
Ausschreibung: 13. Juli 2026
Infotermine:
- 22. Juli 18.00 Uhr im Museumsfoyer
- 2. August 13.00 Uhr Museumsfoyer
Bewerbungsfrist: 31. August 2026
Jurysitzung und Auswahl: Ende September 2026
Benachrichtigung: Oktober 2026
Konkretisierung der Projektidee: November 2026 – Januar 2027
Entwicklung und Realisierung: Januar 2027 – Januar 2028
Eröffnung: Januar 2028
Ausstellung mit Begleitprogramm: Januar 2028 – März 2028
Wie arbeiten wir zusammen?
Die Ausgestaltung der Kooperation zwischen den Partner:innen und dem SMO richtet sich nach den Erfahrungen, Kenntnissen und Wünschen der Partner:innen und wird im Rahmen der Konkretisierungsphase definiert. Am Ende der Konkretisierung steht die Unterzeichnung eines individuellen Kooperationsvertrags, der die Rollenverteilung transparent zusammenfasst. Die Inhalte können selbständig von den Kooperationspartner:innen unter Berücksichtigung der Leitlinien für die Zusammenarbeit und der Leitlinien zur Inklusion entwickelt werden. In anderen Fällen kann der Arbeitsprozess konzeptionell und inhaltlich begleitet und durch eine professionelle Gestaltung und/oder Medienproduktion unterstützt werden. Abnahmen (Go- / No-Go-Momente) und Meilensteine müssen in allen Fällen gemeinsam formuliert werden. Im Kooperationsvertrag wird außerdem festgelegt, in welchem zeitlichen Rahmen sich die Koordinatorin des SMO mit den externen Partner:innen trifft (Jour Fixe).
