Ein fiktiver Tuch- und Ellenwarenhändler zum Leben erweckt
Ich besitze einige (antike) Stoffproben, die ich in einem rekonstruierten Musterbuch nach historischem Vorbild des 18. Jahrhunderts präsentiere. Als Geschichtsdarsteller verkörpere ich Johann Cleophas Hinrichs, einen fiktiven Tuch- und Ellenwarenhändler, den ich bei Veranstaltungen in Museen und Schlössern zum Leben erwecke.
„Ich wünsche mir, dass meine Sammlung zeigt, wie sehr Alltagsgegenstände Geschichte erzählen – wenn man bereit ist, ihnen zuzuhören.“
Michael Zock in der Rolle des Johann Cleophas Hinrichs
In meiner Sammlung befinden sich unter anderem Stoffproben der Raumausstattung Peter Fester (vormals Dekorationsgeschäft Hermann Harms), die bis März 2018 fast 100 Jahre lang am Schlossplatz 14 in Oldenburg ihr Ladengeschäft und ihre Werkstätten hatte. Besonders berührt mich, dass diese Stoffproben aus einem Oldenburger Traditionsbetrieb stammen, der mein Bild von Handwerk und Materialqualität nachhaltig geprägt hat. Der Schlossplatz verbindet für mich Handwerk, Stadtgeschichte und persönliche Erinnerung.
Ergänzt wird meine Sammlung durch einen alten Lehrbrief von einem Berliner Seidenhändler aus dem späten 18. Jahrhundert, eine eiserne Elle und eine eiserne Schere aus dieser Zeit sowie weitere authentische Gegenstände, die die Gesamterscheinung meiner Darstellung abrunden.
Die fiktive Figur Johann Cleophas Hinrichs ist in Oldenburg verortet und knüpft lose an die historische Handelswelt der Stadt an. Inspiriert ist sie unter anderem von der Geschichte des Haus Renfordt in der Langen Straße, das über eine „Warendiele“ verfügte, in dem im 18. Jahrhundert ein „Ellenwarenhändler“ tätig war. So verbindet meine Darstellung reale Orte der Stadt mit einer erzählerischen Annäherung an das damalige Alltagsleben – ohne zu sehr ins Detail zu gehen.
Heute sind Stoffe oft funktional und zurückhaltend; die Sinnlichkeit von Textilien und ihr Einfluss auf Raumgefühl und Atmosphäre geraten dabei schnell in Vergessenheit. Umso schöner ist es, wenn Besucher:innen erkennen, dass Stoff früher nicht nur Dekoration war, sondern ein wertvolles Handelsgut – fast so bedeutend wie Technik oder Design heute.
Meine Stoffproben und historischen Werkzeuge stehen für mich nicht nur für das 18. Jahrhundert, sondern auch für meine eigene Biografie als Raumausstatter und Textilmensch in Oldenburg. Sie verbinden Handwerk, Stadtgeschichte und persönliche Leidenschaft.
Ich wünsche mir, dass meine Sammlung zeigt, wie sehr Alltagsgegenstände Geschichte erzählen – wenn man bereit ist, ihnen zuzuhören – und dass selbst kleine Dinge große Geschichten in sich tragen.




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