Auf Wanderung den Horizont erweitern
Ein fremdes Land, neue Freunde und ein Paar Wanderschuhe. Diana Castro kam 2019 für ihr Masterstudium nach Deutschland. Oldenburg war dabei mehr Zufall, aufgrund eines erhaltenen Stipendiums. Ihr Umzug in die norddeutsche Stadt war jedoch nicht nur mit einigen klimatischen Veränderungen, sondern vor allem auch mit einem Höhenunterschied von etwa 2.500 Metern verbunden. Der Utkiek als höchster Punkt Oldenburgs mit etwa 3 Metern, stellt für eine erfahrene Wanderin natürlich nur noch wenig Herausforderung dar.
Ihr Hobby hat sie in Form ihrer Wanderschuhe aus der Heimat mitgenommen. Schon dort hat sie sich gerne mit Freunden aufgemacht und neue Höhen erschlossen. Besonders ist für sie dabei, wie sich Freundschaften durch das gemeinsame Erleben vertiefen. Umso mehr hat sie sich also gefreut, als es kurz nach ihrer Ankunft in Oldenburg in einem Uni-Seminar die Möglichkeit gab, auf eine Exkursion in die Alpen zu fahren. Zum Wandern. Mit 26 Studierenden auf unterschiedlichem Erfahrungsniveau ging es nach einem Übungslauf am Utkiek in die etwas höher gelegenen Berge nach Mittenwald. Auf der zweitägigen Wanderung lernte sie die anderen besser kennen und schloss Freundschaften. Einige davon wurden zu ihren besten Freunden, mit denen sie auch weiterhin regelmäßig Ausflüge plant und durchführt, zum Beispiel einmal um den Montblanc. Und wieder fällt ihr auf, wie diese Freundschaften sich durch das gemeinsam Erlebte vertiefen.

„Wenn ich die fünf Schritte gemacht habe, sage ich mir selbst: ‚Es ist okay, noch fünf Schritte zu machen‘.“
Diana Castro
Doch nicht nur ihre Freundschaften profitieren von diesem Hobby. Auch sie selbst hat auf Wanderungen viel über sich gelernt und nutzt die Herausforderung, um über sich hinaus zu wachsen. Wenn sie mit ihrem Gepäck, das gerne auch mal 20 Kilo wiegen kann, unterwegs ist und die Muskeln müde werden, beginnt bei ihr ein innerer Kampf. „Ich spiele ein Spiel“, sagt sie dazu. Sie setzt sich dann ein kleines Ziel von fünf Schritten und wenn sie die geschafft hat, dann noch einmal, und noch einmal… bis sie ihr Ziel erreicht. Und obwohl sie sich immer mal die Frage stellt, warum sie das eigentlich auf sich nimmt, hört sie doch nicht auf. Denn sie merkt, wie sie selbst und auch ihre Freundschaften stärker werden. Die nächste Wanderung ist auch schon in Planung, natürlich mit ihren Schuhen im Gepäck.



